Angeregte Diskussion über Wirtschaft und Inklusion.

Angeregte Diskussion über Wirtschaft und Inklusion.

Chancen für Wachstum, Teilhabe und soziale Stabilität.

Inklusion bedeutet, dass alle Menschen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Behinderung oder anderen Merkmalen – am wirtschaftlichen Leben teilhaben können.

Eine inklusive Wirtschaft nutzt das volle Potenzial der Belegschaft, Konsumentenschaft und aller Engagierten. In Baden-Württemberg, als wirtschaftliches Kernland, ist das ein zentraler Hebel für langfristiges Wachstum und soziale Stabilität.

Im Vorfeld der Landtagswahl diskutierten Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Parteien mit den rund 80 anwesenden Teilnehmenden.

Eingeladen waren:
– Die Linke: Andreas Frisch
– CDU: Steffen Kirsch
– Bündnis 90/Die Grünen: Silke Gericke, MdL
– SPD: Nathalie Ziwey
– AfD: Christoforos Tsoulopoulos
– FDP: Wolfgang Vogt

Antonio Florio vom Verein „Selbstbestimmt leben im Landkreis Ludwigsburg“ hatte persönlich eingeladen. Dazu hat er das FISHBOWL- Format gewählt.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Martin Müller, Lebenswerke GmbH Stuttgart, der zugleich einen kleinen Input zum Thema gab und die Regeln für eine faire, achtsame und möglichst barrierefreie Diskussion erläuterte. 

Begleitet wurde die Runde von einem Team „Faktencheck“, das live eventuelle Unklarheiten adhoc zu recherchieren hatte, was den beiden durchaus gelang. 

Nach einer ersten Runde im „Inneren Kreis“ der Kandidierenden und einem weiteren, internen „Austausch unter sich“, wurde die Runde für alle Anwesende geöffnet.

Über folgende wesentliche wirtschaftliche Vorteile von Inklusion wurde lebhaft diskutiert:

  • Produktivität und Innovationskraft: Vielfältige Teams liefern unterschiedliche Perspektiven, verbessern Entscheidungen und fördern Innovationen – entscheidend für Hochtechnologie, Maschinenbau, Nachhaltigkeit und Dienstleistungen, die in BW stark vertreten sind.
  • Arbeitskräfte und Fachkräfte: Eine inklusive Personalpolitik erweitert den Talentpool, reduziert Fachkräftemangel in Schlüsselbranchen (z. B. Ingenieurwesen, IT, Gesundheitswesen) und senkt Fluktuation.
  • Konsum und Märkte: Eine inklusivere Belegschaft stärkt die Nachfrage breiter Bevölkerungsgruppen und öffnet neue Marktsegmente, z. B. durch barrierefreie Produkte und Dienstleistungen.
  • Kosten und Risikoreduktion: Barrierefreiheit am Arbeitsplatz reduziert krankheitsbedingte Fehlzeiten und steigert Gesundheitsförderung; gute Diversitätsprogramme verbessern Arbeitgeberimage und Mitarbeitendenbindung.

So kamen die Organisationen Tragwerk e.V. und Insel e.V. ebenso zu Wort wie die vielen engagierten Anwesenden mit und ohne (sichtbare) Beeinträchtigung.

Wie ein roter Faden zog sich die Erkenntnis, dass wir alle Menschen sind, wovon keiner mehr oder weniger wert ist. „Wir sind einfach ganz normal, und so möchten wir auch behandelt und nicht auf unsere Behinderung reduziert werden“, Antonio Florio bei einer seiner Statements, die er sich immer wieder herausnahm und beim Rest der Anwesenden stets Beifall hervorgerufen hat.

Die Kandidierenden konnten zu fast allen Fragen bzw. Anmerkungen Rede und Antwort stehen. Wichtig dabei ist eine Haltung zu Vielfalt und Respekt.

Folgende politische Gestaltungsvorschläge sind festzuhalten:

  1. Förderung von Barrierefreiheit in öffentlichen Einrichtungen und mehr barrierefreie Infrastruktur, um Zugang zu Arbeit und Bildung zu erleichtern.
  2. Anreize für Unternehmen: Zuschüsse oder Steuererleichterungen bei Umsetzung inklusiver Personalstrategien und barrierefreier Modernisierung von Arbeitsplätzen.
  3. Aufbau regionaler Netzwerke zwischen Unternehmen, Hochschulen, Sozialpartnern und Inklusionsorganisationen zur Entwicklung von regionalen Förderprogrammen.
  4. Transparenz- und Berichtspflichten, um Fortschritte messbar zu machen (z. B. jährliche Berichte zu Beschäftigungsquoten, Gehaltsgerechtigkeit).
  5. Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) beim Aufbau inklusiver Prozesse durch Beratungsangebote und Vor-Ort-Coaching.

Fazit: Inklusion ist kein Zusatzprogramm, sondern zentrale Quelle wirtschaftlicher Stabilität, Innovationskraft und sozialer Kohärenz – besonders in Baden-Württemberg mit seiner starken Industrie- und Technologiebasis.                                                                             So endete nach knapp zwei Stunden eine durchaus interessante Diskussion mit der klaren Ansage, sich so eine Veranstaltung wieder vorzunehmen. Vielen Dank an alle Engagierten, die diese Veranstaltung erst möglich gemacht haben. Gehen Sie alle am 8. März wählen.

Ludwigsburg/Stuttgart, den 3.3.2026 Antonio Florio und Martin Müller

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